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Dinge in Japan - Kabuki

Kabuki ist eine traditionelle Form des Theaters die aus dem frühen 17. Jahrhundert stammt. Eine Frau namens Okuni aus Kyoto entwickelte diese Kunstform, die Lieder und Tanzelemente verbindet, um Geschichten von bekannten, historischen Begebenheiten oder Alltagsleben aus der Edo Periode (1600-1868) darzustellen. Vor 300 Jahren wurden diese Vorführungen in der alten Hauptstadt Kyoto von einer Gruppe Frauen aufgeführt. Heute sind die Akteure, die traditionellen Tanz zeigen und singen, von den Musikern getrennt, die sich am Rand der Bühne mit ihren Instrumenten befinden. Weil die Frauen in den frühen Tagen des Kabuki ausserhalb der Bühne der Prostitution nachgingen, wurden Frauen kurzerhand von der Bühne verbannt, um diesem unmoralischen Handeln ein Ende zu setzen. Manche sagen, diese Verbannung hätte einen positiven Einfluss auf diese Kunstform gehabt, da es nun der Focus von Kabuki mehr auf der Dramaturgie als auf Tanzvorführungen lag und nicht mehr nur Schönheit der Schauspieler, sondern deren Fähigkeiten zählten. Ab dann wurden die Stücke von Männern geschrieben und alle Rollen - auch die weiblichen - von Männern gespielt. Männer, die Frauenrollen übernahmen, wurden "onnagata" genannt - weibliche Rollen Spezialisten. Erst in den letzten 20-30 Jahren hat sich wieder eine rein-weibliche Form des Kabuki etablieren können, die es zwar zu viel Prestige gebracht hat, aber das Ansehen des reinen Männertheaters nicht erreicht.

Die Beliebtheit von Kabuki war seit seiner Entstehung nicht immer gleich gross. Das Ende des 17. Jahrhunderts (bekannt als Genroku periode) war die Blütezeit des Kabuki. In dieser Zeit fand auch die Stilisierung, die die Grundlage dieser Kunst darstellt, statt. Kabuki entwickelte sich nach der Genroku Periode weiter und obwohl es damals eine der verbreitesten Kunstformen war, lief ihm das Buraku (Puppentheater) den Rang ab.

Buraku hatten einen direkten Einluss auf Kabuki, da die Schauspieler begannen, die Bewegungen der Puppen zu imitieren, und stilisierte Bewegungen entwickelten, die Sie als menschliche Puppen erscheinen liess. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging der Trend Richtung Realismus und das kulturelle Zentrum Japans wurde von Kyoto und Osaka nach Edo verlegt. Die Öffnung Japans gen Westen (1868) hatte auf ganz Japan und auch auf Kabuki einen grossen Einfluss. Es wurden weniger Beschränkungen auf die Vorführungen auferlegt und Kabuki veränderte sich mit der sich ringsum verändernden Welt. Kabuki hatte die Unterdrückung durch die Regierung in der Edo Periode überstanden, den Verlust vieler junger Bühnenkünstler im Zweiten Weltkrieg und die Zensur durch die Besatzungsmacht nach dem Krieg, aber sah sich erst gefährdet, als einfacher zugänglichere Unterhaltungsformen wie Filme und Fernsehen ihren Siegeszug antraten.

Kabuki wurde oft mit Shakespeare's Bühnenstücke verglichen und umgekehrt. Chikamatsu Monzaemon, der als grösster Verfasser von Kabuki-Stücken gilt, wird auch oft als "Japanischer Shakespeare" bezeichnet. Chikamatsu war einer der ersten Professionelln Bühnenschreiber für Kabuki, obwohl seine bekanntesten Werke für das Puppentheater geschrieben wurden. Besonders populär waren seine Liebes-Selbstmord-Stücke, in denen sich junge Paare das Leben nahmen, wenn sie wegen gesellschaftlicher Normen nicht zusammensein durften. Chikamatsus Werke fürs Puppentheater wurden auch oft in Kabuki-Stücke umgewandelt und er selbst benutzte Stilisierungen aus dem Kabuki für seine Bunraku Werke (das beste Beispiel ist die Verwendung von "arogato" in seinem Stück "Kokusenya Kassen"). Dieser Trend, gegenseitig Elemente auszutauschen half der Wachstum von Kabuik als auch Bunraku. Der "arogoto"-Stil (harte Gangart) des Schauspielerns spiegelt sich in der dramatischen Schminke und Kostümierung der Akteure. Parallelen werden auch gezogen, wie Kabuki in Japan und Shakespeare in England populär wurden. Beide entstanden etwa zur gleichen Zeit, als die Klasse der Händler an Gewicht und Einfluss gewann. Auch bei Shakespeare wurden alle Rollen von Männern gespielt, es gibt Parallelen in der Bühnentechnik und Vortragsweise. Die Gestalten und Themen aus beiden Kunstformen, sind heute noch weitaus bekannt, auch wenn die Stücke wegen ihrer altertümlichen Sprache schwer verständlich sind. Doch während Shakespeares Meisterwerke heute noch bei allen Altersgruppen weit beliebt sind, ist die Gefolgschaft von Kabuki in der Regel mehr in die Jahre gekommen.

Die meisten jungen Leute und viele Ausländer finden Kabuki recht langweilig und schwer verständlich. Fünf Stunden zu sitzen und etwas zu beobachten, dem man wegen der alten Sprache kaum folgen kann, ist anstrengend. Trotzdem wurde Kabuki unter der Jugend wieder ein kleines bisschen populärer, auch wenn die Beliebtheit nicht überwältigend ist. Audiokassetten mit Übersetzungen und Anmerkungen, die in den Theatern manchmal für englischsprachige Ausländer erhältlich sind, helfen einen besseren Zugang zu einer der grossen Theater-Traditionen Japans zu finden.

Wenn Sie keine ganzen fünf Stunden-Stücke durchstehen, langen auch ein paar Stunden, um eine Vorstellung von Kabuki zu bekommen. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, gibt es von Misonoza in Nagoya eine Reihe von Kabuki-Vorstellungen und im Kabukiza Theater in Tokyo, im Shin-Kabukiza in Osaka oder dem Minamiza in Kyoto können Sie einige der regelmässigen Vorführungen anschauen. In Kabukiza zum Beispiel gibt's einen zweiten Kartenschalter für Sitzplätze in der 4. Etage. Ein Teil eines ganzen Stücks kann man so für nur etwa 500 Yen miterleben. Plätze für eine ganze Show kosten je nach Kategorie zwischen 2.400 Yen und 16.000 Yen.

Links:

http://www.japan-zone.com/culture/kabuki.shtml
http://www.fix.co.jp/kabuki/kabuki.html
http://www.aichi-gakuin.ac.jp/~jeffreyb/kabuki.html
http://www.misonoza.co.jp/html/misonopage/office.html
http://cyberfair.gsn.org/smis/interesting/kabuki.html
http://www.lightbrigade.demon.co.uk/
http://www.shochiku.co.jp/play/kabukiza/theater/
http://www.wsu.edu:8080/~dee/KABUKI/KABUKI.HTM

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