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Dinge in Japan - Sumo

Sumo-Ringen kannte ich schon lange bevor ich zum ersten Mal in Japan war. Und so gehört Sumo sicher auch für viele andere zu den ersten Bildern, die einem zum Thema Japan einfallen. Doch die historische und kulturelle Bedeutung erschliesst sich erst, wenn man diesen traditionellen Sport einmal näher betrachtet.

Geschichte und Ursprung: Nach einer japanischen Legende hing die Ursprung der japanischen Rasse vom Ergebnis eines Sumo Kampfes ab. Auch wenn es etwas fraglich klingt: die Überlegenheit des japanischen Volkes auf den Inseln von Japan war angeblich von Gott Take-mikazuchi eingerichtet worden, weil er einen Sumo Kampf gegen einen rivalisierenden Stammesfürsten gewonnen hatte. Auch wenn es nur eine Legende religiösen Ursprungs ist, zeigt es doch die Bedeutung der Wettkämpfe, die mehr als Sport und Unterhaltung sind.

Die ersten Sumo-Wettkämpfe waren nur Teil eines Rituals, das in manchen Tempeln zusammen mit Tänzen und Schauspielen zur Huldigung (Anm. d. Üsetz.: und Unterhaltung) der Götter abgehalten wurde. Seit dem 8. Jahrhundert (Nara Periode) gab es jedes Jahr ein Festival des Ringens, bei dem eine Vorform des heutigen Sumo vor den Augen des kaiserlichen Hofs ausgetragen wurde. Damals gab es weniger Regeln als heute und die Kämpfe waren mehr eine Mischung aus Boxen und Ringen. Nachdem über die Jahre aber immer mehr Regelungen eingeführt wurden und sich Techniken entwickelten, begann Sumo langsam seine heutige Form anzunehmen.

Nachdem Japan unter dem Tokugawa Shogunat geeint war, wurden im Jahr 1603 professionelle Sumo-Gruppen organisiert, um die schnell anwachsende Arbeiterklasse zu unterhalten (Anm. d. Üsetz. getreu der römischen Idee von "Brot und Spiele") und Sumo wurde schnell zum japanischen Nationalsport. Die Japanische Sumo Vereinigung hat ihren Ursprung in diesen Gruppen aus der Edo-Periode. Die Sumo Vereinigung von Tokio schloss sich mit der von Osaka anno 1927 zusammen, um die heutige Sumo "Kyokai" (die offizielle Vereinigung und Organisatoren der Wettkämpfe). Die "Nihon Sumo Kyokai" verwaltet den Sport heute im Auftrag des Kultusministeriums von Japan.

Der Sumo-Ring: Der Ring heisst Dohyo, benannt nach den Reisstroh-Ballen, die seine verschiedenen Teile markieren. Der Dohyo ist etwas über 5 Meter im Durchmesser, einen halben Meter hoch und aus einer besonderen Art Ton. Die harte Oberfläche ist mit einer dünnen Schicht Sand bedeckt. Über dem Dohyo wird ein Dach aufgespannt, das einem Shinto-Schrein gleicht. An seinen vier Ecken hängen Kordeln herunter, die die 4 Jahreszeiten versinnbildlichen.

Regeln: Ein Kampf wird gewonnen, wenn es einem Kämpfer gelingt, den anderen aus dem inneren Ring zu drängen, oder ihn aus dem Dohyo zu werfen. Aber man muss nicht zwangsläufig aus dem Ring fliegen, um den Kampf zu verlieren. Es langt bereits, den Boden mit einem Teil des Körpers zu berühren. Der Kampf ist ebenfalls entschieden, wenn eine Zehe oder die Ferse über den Strohring gesetzt wird. Man braucht nicht zu erwähnen, dass Würgen, Tritte in den Magen, Faustschläge und andere unfaire Methoden verboten sind. Gegen die Regeln verstösst auch, den Teil des Lendenbandes zu packen, der die lebensnotwendigen Organe bedeckt. Da es keine Gewichtsbeschränkungen wie beim Boxen oder im westlichen Ringen gibt, ist es möglich, dass ein rikishi (Sumo-Ringer) einem doppelt so dicken Gegner gegenübersteht.

Kampfrichter: Um die vier Seiten des Dohyo herum sitzen die Kampfrichter, die in schwarze Kimonos gekleidet sind. Wenn es Zweifel über die Entscheidung des Schiedsrichters gibt, klettern die Kampfrichter in den Ring und machen die Entscheidung unter sich aus. Sie haben das Recht die Schiedsrichterentscheidungen zu überstimmen oder eine Wiederholung des Kampfes zu bestimmen. Dies geschieht, wenn beispielsweise beide Ringer zur gleichen Zeit den Boden berühren und es nicht klar ist einen Gewinner zu bestimmen.

Schiedsrichter: Der Schiedsrichter (Gjoyi) ist die einzige Person, die neben den Ringern noch im Ring ist. Er trägt einen Kimono mit einem Muster im Stil der Samurai der Kamakura Periode (vor etwa 600 Jahren). Genau wie die rikishi, werden die Schiedsrichter nach einem Gradsystem eingestuft; so kann nur ein Schiedsrichter der höchsten Rangs einen Kampf schietzen, bei dem ein Yokozuna (der höchste Sumo-Rang). Den Rang eines Gjoyi erkennt man an der Farbe der Quasten an seinem Fächer: lila oder lila/weiss für den Tate-gyoji (höchster Schieri-Rang), rot für die, die San-yaku ebenbürtig sind, blau und weiss für Juryo und blau oder schwarz für den Rang darunter. Die höhergestellten Schiedsrichter tragen tabi (japanische Socken mit geteilten Zehen) sowie zori (Strohsandalen), während niedrigere Ränge barfuss sind.

Wettkämpfe: Es gibt sechs Grossmeisterschaften jedes Jahr, drei in Tokio, einen in Osaka, Nagoya und Kyushu. Jeder Wettbewerb dauert 15 Tage und jeder Rikishi kämpft einmal pro Tag mit einem anderen Gegner. Der Gewinner des ganzen Wettbewerbs ist die Person mit dem besten Sieg-Niederlagen-Verhältnis und bekommt am Ende des Tourniers und nach dem allerletzten Kampf den kaiserlichen Pokal überreicht. Es gibt aber noch drei andere Preise: den Shukunsho für den Newcomer-Rikishi, der die meisten Yokozuna und Ozeki (die beiden höchsten Ränge) rausgeworfen hat, den Kontocho für Kampfgeist und den Ginosho für Technik. Um einen dieser Preise zu gewinnen, muss der Ringer auch noch mindestens 8 der 15 Kämpfe gewonnen haben.

Nagoya Basho: Das nächste Sumo-Tournier findet von Sonntag, den 8. Juli bis Sonntag, den 22. Juli im Aichi Prefectural Gymnasium - Nagoya statt. Für telefonische Reservierungen (in Japanisch): 052-962-9300 und für allgemeine Informationen die Telefonnummer: 052-221-0738. Eintrittskarten kosten:

Box-Plätze: Bitte beachten Sie, dass B und C Boxen als Sets für 4 Plätze verkauft werden:
B Box (Japanischer Stil, 4 Sitzplätze)          41.200 Yen
C Box (Japanischer Stil, 4 Sitzplätze)         36,800 Yen
D Box (Japanischer Stil)                      7.200 Yen pro Person

Arena-Plätze:
Sektion A (pro reserviertem Platz)             4.700 Yen
Sektion B (pro reserviertem Platz)             3.200 Yen

Links:

http://www.sumo.or.jp/index_e.html
http://www.scgroup.com/sumo/faq/index.html

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