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Dinge in Japan: Boom!

Der "Boom" ist einer der unverkennbarsten Merkmale der modernen japanischen Kultur, und villeicht eine Spiegelung der viel gefeierten japanischen " Gruppenmentalität" ( die oft etwas zu sehr in den Japanstudien betont wird).

Die japanische Gesellschaft hat mehr verschiedene Trends als irgendein anderes Land in dem ich je gewesen bin. Die schnurlosen Mobiltelefone, die mittlerweile fast jeder hat, waren bis vor fünf Jahren gänzlich unbekannt. Und davor war es das "pockeberu" oder der Pocket Bell Pager. Jedes Schulmädchen hatte es, und man konnte sie beim Nachrichten schreiben beobachten, die Nachrichten wurden dann an Freundinnen verschickt, die wahrscheinlich nie mehr als 10 Meter entfernt waren. Das Handy hat diese Funktion übernommen, und heute schreibt jeder fleißig Emails, surft im Internet und macht Anrufe auf seinem Handy.

Ich habe die Schulmädchen erwähnt, die diese Eigenschaft sehr stark haben, und von verschiedenen Booms mit einer phänomenalen Geschwindigkeit heimgesucht werden. Zum Beispiel der "Ganguro" oder "Yamamba" Make-up Stil, der (in Meinung einiger) die Straßen Japans verunstaltet. Die Sonnenbräune könnte man fast schon als maßlos bezeichnen, und ein guter Grund für Lebensversicherungfirmen, den laufenden Vertrag zu stornieren. Und das weiße Augen Make-up ist einfach nur häßlich. Aber, es ist natürlich auch interessant, als ein Beispiel wie eine Gruppe von Menschen ihre Identität in Konfrontation zum Establishment definiert (warum sie das aber machen, indem sie versuchen wie Waschbären auszusehen, kann ich nicht verstehen).

Trotz persönlicher Vorurteile, sind die Booms nicht auf eine Altersklasse oder eines der Geschlechter beschränkt. Es gibt soviele Verschiedene, wie verschiedene Sorten von Essen (der plötzliche Anstieg von koreanischen Restaurants und der Verkauf von Kimchi vor ein paar Jahren); die Zeit wann man es ißt (oft abhängig von der Jahreszeit, siehe unten) und Sport- z.B. Fußball, Volleyball usw. Fußball war sehr beliebt, als die japanische J-league vor einigen Jahren anfing, und konnte fast mit Baseball gleichziehen. Man kann den Geschmack für Sport mit Schlägern nicht berechnen. Obwohl das Interesse langsam schwindet, wird es bald wieder steigen, wenn der WorldCup 2002 in Japan und Korea ausgetragen wird. Dann wird jeder Fußballfan sein, und in den Fußballclubs, werden sich viele hoffnungsvolle Nakatas einfinden....

Das heißt manchmal sind Booms von Dauer. Der andere anhaltende Boom des letzten Jahrzehnts ist Englisch. Die Japaner haben seit Jahren Japanisch studiert, aber erst in der Mitte der Neunziger, ging es richtig los. Andere Booms kommen und gehen, und wann immer es gerade einen gibt, ist jeder genau davon ein Fan, alle zu gleichen Zeit. Zur Zeit sind die nationalen Baseball Meisterschaften, das heißt jeder ist noch mehr an Baseball interessiert, als normalerweise. Vor drei Monaten waren die Volleyball Weltmeisterschaft, und alle waren Volleyball Fans. Bald werden alle Fußballfans sein. Und sobald es Herbst ist, werden alle traditionelles japanisches Esses -angeblich das beste des ganzen Jahres- essen. Und dann im Frühling, wenn alle in den Japanischen Alpen Ski fahren, ist es Zeit nach Hokkaido zu fahren, um dort den besten Krebs und andere Meeresfrüchte zu essen. Manchmal erreichen sie auch den Status eines Brauchs, wie die Hochzeitsreise nach Hawaii oder Australien, aber das kann auch auf die Fähigkeit der Japaner sich schnell auf neue Trends einzustellen, zurückgeführt werden. Es ist natürlich fraglich, wie in jedem anderen Land auch, ob das wirklich nicht nur oberflächlich so ist.

[Feedback und Kommentare an newsletter@yamasa.org. Alle Kommentare sind auf die Meinung/ Vorurteile/ allgemeine Einstellung des Autors zurückzuführen und sind sind nicht die offizielle Meinung des Yamasa Instituts.]

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