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STUDENTEN-INTERVIEW: John Agapiou (Discovery)
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| John Agapiou |
John Agapiou ist aus London und studiert im Japan Discovery Programm.
Declan inteviewte ihn während John auf dem Boden eines Kormoran-Fischerboots in Inuyama sass - einen gegrillten Ayu-Fisch am Spiess in der einen Hand und ein kaltes Bier in der anderen.
Declan: Also John, seit wann studierst Du hier?
John: Ich habe vor 6 Wochen als blutiger Anfänger angefangen und mit 5 Klassenkamerden bei a i u e o angefangen.
D: Wie waren die Unterrichtsstunden?
J: Ich fand sie recht gut. Es ging schnell, es war gut strukturiert und ich hatte gute Lehrer. Ein bisschen mehr Hörverständnis wäre recht gut gewesen, wenn möglich. Es wär toll gewesen, wenn das neue Sprachlabor fertig geworden wäre, solange ich da war.
D: Wo hast Du in der Zeit gewohnt?
J: Ich habe ein Zimmer im Wohnheim (student village) mit jemand geteilt. Es war in Ordnung und ich hab mich recht wohlgefühlt. Dass man da einen Computer hat und Internetzugang ist geil, aber Anti-Virus-Software wäre manchmal ganz praktisch gewesen.
D: Bist Du immer zur Schule gelaufen?
J: Nein, ich hatte ein Fahrrad. Ohne Radl hätte ich das nicht überlebt. Ich hab eins von diesem fertigen Radlladen geliehen, der auf der anderen Seite des JR Bahnhofs in Okazaki ist.
D: Der fertige Fahrradladen? Aber doch nicht Nonoyama?
J: Nein, ich war zuerst bei Nonoyama, aber leider waren alle Räder bereits weg. Deswegen bin ich die Strasse runtergegangen und habe einen anderen Laden entdeckt.
D: Du hast mir vorher erzählt, dass dein Interesse an Japan mit Aikido begann.
Bist Du hier in einen Verein gegangen?
J: Ja. Ich war im Büro und Jon Walden (admissions coordinator) hat es für mich arrangiert. Das hat Spass gemacht und ich denke, es ist auch wichtig Leute ausserhalb von Yamasa kennenzulernen und ein bisschen japanisch zu üben. Ich denke auch, es ist wichtig, die Kultur hautnah zu erleben und nicht nur Bücher drüber zu lesen. Ausser Aikido habe ich auch Stunden in Kalligraphie mit Kato Erina sensei genommen, und natürlich auch die
Entdeckungsreise heute war eine tolle Erfahrung.
D: Hattest Du irgendwelche Probleme?
J: Nun, Einkaufen gehen war schwierig wegen den ganzen Kanji. Einmal habe ich Trinkjoghurt statt Milch gekauft. Solche kleinen Dinge sind manchmal frustrierend, aber auch ein Stück weit Abenteuer.
D: Heute war der achte Tag der Entdeckungsreise mit uns. Was war der Höhepunkt für Dich?
J: Das kaiseki Essen, das wir in
Ohmi-Hachiman gegessen haben und dabei den Ausblick auf den
Biwa See.
Reisschüsseln und Bierkrüge auf der Töpferscheibe herzustellen in
Tokoname.
Nijo Castle in
Kyoto war grossartig.
Ich mochte den 'Nachtigall-Boden' und den Hauch von Geschichte, der diesen Ort umgab. Ich mochte auch die Puppen, die man in die Räume gesetzt hatte - zum Beispiel den Shogun und seine Maitressen. Dadurch war es leichter sich alles vorzustellen. Dann war das Klettern in den Bergen ziemlich toll. Besonders gut hat mir auch der Ryokan gefallen, in dem wir gewohnt haben, als wir in
Gion waren.
D: Was war so toll daran?
J: Es war ein seltsamer Ort. Wenn Du meine Oma zur Ryokanbesitzerin machen würdest, dann würde der Ort genauso aussehen. Sie würde alle diesen geschmacklosen Skulpturen und Dekoration aufstellen. Aber es war eine tolle Erfahrung, dort zu ein. Ich mochte die Einfachkeit der Räume. Das gleiche gilt für die Unterkunft in
Ohmi-Hachiman.
D: Auf der Tour letztes Jahr, hatten einige der Studenten Probleme mit dem Gemeinschaftsbad.
Eine von Ihnen hat sogar den Umkleideraum abgeschlossen, damit niemand reinkommen kann! Hattest Du da irgendwelche Befürchtungen?
J: Äh, nein. Für mich wars OK. Wenn es ein gemischtes Bad gegeben hätte, wäre es vielleicht ein bisschen schwieriger gewesen, aber im Ryokan war es in Ordnung.
D: Dann findest Du es gut, dass wir in Ryokans anstatt Hotels übernachten?
J: Klar. Das beste an der Tour ist, dass man Dinge machen kann, zu denen man sonst nur schwer Zugang hätte - besonders wegen der Sprachbarriere oder den fehlenden Nahverkehrsmitteln. In den Ryokans zu wohnen gehört dazu. Wir waren die einzigen Ausländer in den Restaurants und Unterkünften wo wir waren. Ich hätte es nicht hinbekommen, etwas zu bestellen, so wie wir das in
Pontocho oder in
Komagane gemacht haben. Einfach, weil ich die Karte nicht verstanden hätte. Und Kato Erina sensei's Gesicht zu beobachten, als sie das rohe Pferdefleisch gegessen hat, war unbezahlbar.
D: Du hast gerade gesagt, Dir wäre es lieber, Dinge zu machen, als nur anzuschauen. Aber wir haben auch eine Menge Sachen nur angeschaut. War das für dich ein Nachteil der Reise.
J: Nicht wirklich, das gehört zu jeder Reise dazu.
In Kiyomizudera oder auf dem Gipfel vom
Hiei Berg haben wir natürlich nur Sachen angeschaut, aber besonders Gärten, wie der Ryoanji sollte man gesehen haben.
Auch bei der Tour in der Fabrik von Toyota haben wir nur Sachen angeschaut, aber das war mindestens so interessant. Aber für mich waren es einfach die Chancen, etwas anzufassen, die mich fasziniert haben. Ausser der Töpferscheibe in Tokoname machten wir auch Fächer aus washi (handgemachtes Papier) in
Obara, und das Teehaus im Genkyo-en Garten zu erleben war toll,
Ich durfte sogar mal allein im Garten des Daimyo im
Hikone Castle rumlaufen - das macht einfach einen Unterschied. Ich mochte es an der Strasse von Nakasendo zwischen
Magome und
Tsumago rumzulaufen und an diesen kleinen Städten vorbeizukommen. Das ist besser als ein Museumsbesuch.
D: Wegen dem grossen Taifun konnten wir einige Orte nicht besuchen, so wie wir es vorhatten. Gab es irgendwelche anderen Entäuschungen für Dich oder Orte, wo wire hätten bleiben lassen können, hinzugehen?
J: Ja, als das Boot auf die
Chichibu Insel wegen dem Taifun gestrichen wurde, war ich schon enttäuscht, aber was hätten wir machen sollen. Ich wäre gern naach Onsen gegangen und ich hätte auch gern den
Fujisan gesehen.
D: Ja, aber es ist nicht so leicht alles in einer Woche abzuklappern.
Jetzt hast Du schon einen Grund wiederzukommen.
J: Jajaja. Aber ich wär doch so gern noch länger in
Kyoto geblieben. Ein bisschen unabhängiger.
D: Die Auszüge, die ich aus dem neuen
Reiseführer ausgedruckt habe - haben die viel gebracht?
Was könnte man noch besser dran machen?
J: Es gibt einen Haufen Details. Zu viel Geschichte für mich, aber sie waren sehr hilfreich, verglichen mit den Broschüren. Wenn man das vielleicht vor der Tour ausgedruckt hätte, hätten wir uns besser vorbereiten können. Manchmal is es schwer, einige der Sachen zu verstehen, die Du da erklärst. Zum Beispiel beim Schlachtfeld von
Sekigahara war es leich sich vor zustellen, wo die Truppen positioniert waren, aber viele der historischen Namen waren mir zu krass. Als wir auf dem Hiei Berg waren und Du Namen erwähnt hast wie Oda Nobunaga - dann konnte ich mich vielleicht an den Namen, aber nicht an seine Bedeutung erinnern. Hätten wir uns ein bisschen vorbereitet, wäre es besser gewesen.
D: Verdammt. Noch mehr Arbeit für mich...
J: Es tut mit leid. Sie sind schon irgendwie hilfreich. Es ist dufte, dass Du sie ausgedruckt hast.
D: Zum Abschluss, gibt es irgendwas, das Du hättest wissen sollen bevor Du gekommen bist?
J: Ich habe ein paar elektrische Apparate mitgebracht, die ich aber nicht benutzen konnte, weil hier die Voltzahl anders ist. Da hätte mir auch ein Umstecker nichts gebracht, denn dann braucht man noch einen Transformator. Das war Platzverschwendung in meinem Koffer. Und ein gutes Englisch/Japanisch Lexikon wäre nicht schlecht gewesen.
D: Also vielen Dank. Dann lass ich dich mal Dein Bier weitertrinken und hoffe, das
Kormoranfischen hat Dir gefallen.
J: Prost!
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