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STUDENTEN INTERVIEW: Steffen Lehmann (AIJP - Deutschland)
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| Steffen Lehmann |
Steffen studiert seit Oktober 2000 im AIJP Programm.
Jon: Steffen, Du hörst diese Woche bei Yamasa auf, bekomme ich ein kurzes Interview bevor Du gehst?
Steffen: Freilig.
J: Bist Du traurig, dass Du nach fast einem Jahr in Okazaki wieder gehen musst?
S: Ein bissserl schon, aber ich verlass Japan ja noch nicht. Ich gehe erst nach Yokohama und werde dort ab dem 5. September für 4 Monate in einer Firma arbeiten und neue Software programmieren.
J: Und danach?
S: Dann gehe ich nach Kanada und mache ab April dort mit meinem BWL-Studium weiter, quasi als Fortsetzung meines Studiums in Deutschland.
J: Wie passen Japanisch und dein BWL-Studium zusammen?
S: Als ich an der Uni war, dachte ich, es wär vielleicht praktisch, eine andere Sprache zu lernen. Ich dachte an Chinesisch und Japanisch, aber Japan und seine Kultur interessierten mich mehr als China. Und in Japan wars auch leichter Sprachschulen übers Internet zu finden, als in China.
J: Dann bist Du übers Internet auf Yamasa gestossen?
S: Das stimmt. Auf der Website fand ich alle wichtigen Informationen über Unterkunftsmöglichkeiten , Kurse und Visa. Ich hab mal eine Sprachschule in Osaka besucht und die war im 11. Stock eines Bürogebäudes. Obwohl sie jede Menge Kurse anboten, fehlte einfach das Campusfeeling von Yamasa.
J: Abgesehen von der Campusatmosphäre, was waren Deine Eindrücke von Okazaki und Yamasa?
S: Ich denke, das habe ich auch mal irgendwo auf einer der Webseite gesehen: es ist günstige gelegen, um Tokyo, Osaka, Takayama und so weiter zu besuchen. Die Leute sind nett und die Lebenshaltungskosten sind niedriger als in Grossstädten. Hier gibts fast alles was man braucht, sogar Zugang zum Internet und Unterkunft in der Nähe der Schule.
J: Was ist mit den negativen Aspekten?
S: Viele Leute sagen, das Leben in Okazaki wäre langweilig. Das finde ich gar nicht - Wenn man in Clubs und Bars gehen will, kann man immer noch nach Nagoya fahren.
J: Dann ist das Leben in Japan als also durchwegs gut?
S: Ich denke, dass Japan das praktischste Land des Welt ist - das Transportsystem, Einkaufen.....
J: Und das Bank system?!
S: OK, das mit den Banken.....
J: Und die Bürokratie?!
S: OK, vielleicht ist Japan ein bisschen langsam, wenn es um Papierkram und Behörden geht, aber fast schneller als in Deutschland.
J: Dann gibt es nichts, das Du in Japan nicht magst?
S: Das einzige, das ich nicht mag, sind die hohen Lebenshaltungskosten und die Kosten fürs Reisen. Aber wenn man die Gelegenheit hat, dann gibt es viele Orte, die eine Reise wert sind.
J: Wo warst Du überall?
S: Kobe, Tokyo, Hiroshima, Takayama, Himeji und in vielen kleinen Städten in Gifu und Aichi Ken, von denen ich leider die Namen vergessen habe.
J: Wie reist du normalerweise in Japan? Zug, Auto, Moped?
S: Hauptsächlich mit Überlandbussen und mit dem Zug. Die Busse sind wirklich prima - sie brauchen zwar etwas länger als der Zug, aber sind billiger.
J: Wo hat es Dir in Japan am besten gefallen.
S: In Hiroshima - wegen der Atmosphäre. Es ist ein sehr entspannter Ort, das Essen ist gut und als ich dort war, war das Wetter mild.
J: Gibt es interessante Geschichten von Deinen Reisen?
S: Ich bin mit ein paar Freunden vor Kurzem nach Hiroshima gefahren. Wir haben uns auf den Fahrplan meines Kumpels verlassen und wollten den Mitternachtszug ab Nagoya nehmen und während der Nachtfahrt im Zug schlafen. Beim Bahnhof fanden wir heraus, dass wir unsere Fahrkarten nicht benutzen konnten und der Fahrplan total falsch war. Wie ich dann später herausgefunden habe, hatte mein Kumpel den Fahrplan in einem Geschäft für gebrauchte Bücher erstanden und der Plan war nicht mehr aktuell. Dann mussten wir im Bahnhof übernachten und den ersten Zug um 5:30h nehmen..... Das war eine bezaubernde Erfahrung
Das Interview wird von Steffens klingelndem Handy unterbrochen . Es spricht ein paar Minuten in wunderbarem Yamasa Japanisch ........
S: Tschuldigung.
J: Wer war denn am Telefon?
S: Meine Freundin.
J: Japanerin?
S: Ja.
J: Wo hast Du sie denn kennengelernt?
S: Im Einkaufszentrum in Okazaki. Ich habe nach einem besonderen Laden gesucht, der auf dem Plan vom Einkaufszentrum eingetragen war und sie hat mir geholfen ihn zu finden. Dann haben wir angefangen zu quatschen und der Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Ich gehe einmal die Woche mit ihrer Familie zum Abendessen. Ihr Vater ist der Geschäftsführer einer Firma und wir sprechen über Geschäfte und Politik. Ihre Mutter hat mich eingeladen, dass ich jeder Zeit bei Ihnen wohnen kann und meine Freundin wird mich in Yokohama besuchen, wenn ich dort bin.
J: Irgendwelche Worte zum Abschluss?
S: Ich hätte ein bisschen mehr lernen sollen, solange ich hier war - dann hätte ich viel mehr lernen können. Ich habe Dinge gesehen, die viele Leute nicht erleben, wenn sie nach Japan kommen. Und ich habe einen Teil des Lebens in Japan kennengelernt, der den meisten Touristen verschlossen bleibt.
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